Seit wann gehen eure Kinder auf die Rudolf-Steiner-Schule Luzern?

Seit vier Jahren. Im Januar 2014 haben unsere drei Kinder die Schule gewechselt.

 

Weshalb habt ihr euch für die Rudolf-Steiner-Schule Luzern entschieden?

Es gab Startschwierigkeiten in der öffentlichen Schule. Trotz zahlreichen Gesprächen mit den Beteiligten traten keine Veränderungen ein. Unser Kind wurde zusehends unglücklicher, es war nahe daran, die Schule zu verweigern. Das war für uns ein Warnsignal und wir suchten nach einer Alternative. Nach einer Schnupperwoche sagte unser Kind: „Das ist meine Traumschule.“ Dieses Erlebnis, das Konzept sowie die Nähe zum Wohnort überzeugten uns schlussendlich. Die Rudolf-Steiner-Schule liegt nur einen Kilometer von unserem Zuhause entfernt.

 

Hattet ihr auch Bedenken?

Die hatten wir, denn wir waren unsicher und hatten viele offene Fragen: Wie funktioniert die Schulgemeinschaft, auf welche Art von Menschen werden wir treffen? Was bedeutet der Wechsel für uns alle? Schaffen wir es, uns in der Schulgemeinschaft zu engagieren und Elterneinsätze zu leisten – und das neben Familie, Haus und unserer Arbeit? Wie können wir uns als Familie weiterhin im Quartier und in der Gemeinde integrieren? Haben unsere Kinder später die gleichen Chancen für Aus- und Weiterbildung?

 

Was schätzt ihr besonders an der Rudolf-Steiner-Schule?

Die Kinder dürfen ohne Druck lernen und erhalten die Zeit, die sie dazu benötigen. Die Kinder lernen mit Hand, Kopf und Herz. Die individuellen Fähigkeiten des Kindes werden gefördert. Wir schätzen auch den engen Austausch mit den Lehrpersonen. Und natürlich die Schulgemeinschaft, in der wir aktiv eine Schule mitgestalten dürfen und offene Menschen treffen.

 

Worin unterscheidet sich eurer Erfahrung nach die Pädagogik der Rudolf-Steiner-Schule von der öffentlichen Schule?

Die Rudolf-Steiner-Schule ermöglicht den Kindern ohne Druck zu lernen. Es gibt keine Noten. Im Unterricht ist der ganzheitlicher Ansatz spürbar: Epochenunterricht, alle Lernfelder sind gleich gewichtet, Handarbeit, Eurhythmie und Wald sind nicht weniger wichtig als Mathe und Deutsch.

 

Und ihr als Eltern, spürt ihr auch einen Unterschied im Umgang?

Ja, wir tauschen uns oft mit anderen Eltern und den Lehrpersonen aus, nicht erst wenn es Probleme gibt. Auch aussenstehende Personen wie unser Kinderarzt werden miteinbezogen. Die ganzheitliche Sicht auf den Menschen, besonders auf die Kinder, wird hier wirklich gelebt. Und wie es die Anthroposophie vorsieht, werden wir als Eltern ins Schulleben einbezogen.

 

Wie haben sich eure Kinder eingelebt?

Die Kinder haben sich schnell in der Schule eingelebt. Die Schule ist Teil des familiären Umfelds. Als Familie waren wir schon zu Beginn gemeinsam immer wieder vor Ort.

 

Wie wirkt sich der Schulwechsel auf die Integration am Wohnort aus?

Der Austausch mit den Kindern am Wohnort funktioniert manchmal wie von selbst, manchmal benötigt es die Unterstützung der Eltern. Schade ist, dass unsere Kinder den Schulweg nicht wie früher mit den Kindern vom Quartier gehen können. Dank der Vereinsaktivität und dem Religionsunterricht in der Gemeinde lernen sie auch andere Kinder kennen, einfach nicht so viele wie an der öffentlichen Schule.

 

Ein wichtiger Bestandteil der Rudolf-Steiner-Schule ist die Integration der Eltern in den Schulbetrieb. Wie erlebt ihr den Einsatz der Eltern an der Steinerschule?
Wir arbeiten unter anderem im Garten und im Begegnungskaffee Sonnenstrahl mit. Es ist eine Bereicherung, die Schule für unsere Kinder mitzugestalten und die Kinder daran teilhaben zu lassen. Durch unsere Einsätze lernen wir auch immer wieder neue Eltern kennen, daraus ergeben sich spannende Gespräche und Freundschaften. Aber klar, die Elterneinsätze brauchen Zeit und Engagement und es gibt Zeiten, wo dies anstrengend ist.

 

Die Rudolf-Steiner-Schule ist als Gesamtschulen konzipiert, also für die gesamte Schulzeit von 12 Jahren. Die Schule in Luzern eher klein und ihr Angebot geht nur bis zur 9. Klasse. Wie ist das für euch und wie geht ihr damit um?
Wir nehmen es Schritt für Schritt und schauen, wohin der Weg der Kinder uns führen wird. Mit dem heutigen Schulsystem gibt es viele Möglichkeiten, wie die Kinder später ihre Schul- und Berufsabschlüsse machen können. Erfreulicherweise sind die Übergänge heute auf verschiedene Arten möglich.

 

Das Schulgeld an der Rudolf-Steiner-Schule ist vom Einkommen abhängig. Ist die Schule in euren Augen eine Schule nur für Reiche?
Da wir einen Familienbeitrag bezahlen und alle drei Kinder zur Schule gehen, ist das relative Schulgeld pro Kind nicht sehr hoch. Dennoch ist es für uns ein hoher monatlicher Fixbetrag. Wir halten Ausgaben für Ferien und andere Dinge bewusst tief, streichen sie oder verschieben sie auf später. Die Rudolf-Steiner-Schule wählt die Familien nicht nach Einkommen aus und ihre Grundsätze sprechen auch nicht explizit reiche Familien an. Wir sehen aber auch, dass es Familien gibt, die gerne an die Schule kommen würden, es sich aber nicht leisten können. Dafür gibt es den Familienunterstützungsfonds FUF, doch trotz Unterstützung reicht das knappe Budget nicht immer für das Schulgeld.

 

Was möchtet ihr anderen Eltern mit auf den Weg geben?

Die Schulgemeinschaft ist eine Chance für eure Kinder und auch für euch als Eltern. Das zeitliche Engagement lohnt sich, denn so könnt ihr vieles mitgestalten und gemeinsam erleben. Unsere Kinder gehen mit Freude zur Schule und kommen glücklich nach Hause. Das ist für uns die beste Referenz.

Interview

«Es gibt sie, die Schule zum Glücklichsein»

 

Regula Huber und Rex Nowusch wohnen in Ebikon und haben sich vor vier Jahren für die Rudolf-Steiner-Schule entschieden. Als eines ihrer Kinder in der Schule sehr unglücklich war, wurde klar: wir brauchen eine Alternative zur öffentlichen Schule.

Rex, Regula, Linus, Jannes und Paula Nowusch Huber

Rudolf Steiner Schule Luzern
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Riedholzstrasse 1
6030 Ebikon

041-250 71 31

info@steinerschule-luzern.ch

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