Seit wann gehen eure Kinder auf die Rudolf-Steiner-Schule Luzern?

Lisa: Wir sind seit Januar 2016 an der Rudolf-Steiner-Schule Luzern. Der Schulweg ist dadurch etwas länger geworden, etwa sieben Kilometer, deshalb fahren wir die Kinder meistens zur Schule. Das dauert eine Viertelstunde.

 

Weshalb habt ihr euch für die Rudolf-Steiner-Schule Luzern entschieden?

Hein: Unsere Tochter Arina war an der Primarschule in unserer Gemeinde sehr unglücklich. Vor den Herbstferien 2015 vertraute sie uns an, sie hätte Angst, in die Schule zu gehen. Und dass sie da nicht mehr länger hingehen wolle. Nach den Ferien litt sie immer häufiger an Kopfschmerzen. Ihre Angst nahm spürbar zu.
 

Lisa: Arina hatte Angst, dass sie die Erwartungen ihrer LehrerInnen nicht erfüllt. Sie fragte uns immer wieder: «Warum muss ich in der Schule dauernd stillsitzen?» Das verstand sie gar nicht, das war schwierig für sie.
 

Hein: Uns war schnell klar, dass Arina ein anderes Lernumfeld braucht. So haben wir nach einer passenden Privatschule gesucht. Als ehemaliger Steinerschüler konnte ich mir gut vorstellen, dass sich Arina da wohlfühlen würde – sie ist kreativ und musisch.

 

Wie habt ihr den Schulwechsel organisiert?

Lisa: Die Schulleitung ermöglichte uns, dass Arina im Dezember 2015 zwei Wochen an der Rudolf-Steiner-Schule schnuppern konnte. Für Arina war nach dem ersten Schultag klar: «Das ist meine neue Schule.» Und so ist sie nach diesen zwei Wochen gleich an der Rudolf-Steiner-Schule geblieben.

 

Was waren eure Bedenken?

Lisa: Ich machte mir Sorgen, ob sie in der Klasse auch wirklich Anschluss zu ihren neuen MitschülerInnen findet. Sie war ja in ihrer alten Klasse und im Quartier gut eingebettet. Zu meiner Erleichterung hat Arina ihren Platz tatsächlich gefunden. Sie fühlt sich wohl in ihrer Klasse. Und zu den gleichaltrigen Kindern im Quartier hat sie noch immer viel Kontakt.


Hein: Für mich war neu, dass Erst-, Zweit-, und Drittklässler gemeinsam unterrichtet werden, also eine Klasse für drei Jahrgänge. Das kannte ich so nicht und es entspricht auch nicht dem klassischen Modell der Rudolf-Steiner-Schulen. Ich habe mich mit diesem Konzept beschäftigt – und mittlerweile habe ich einen sehr positiven Eindruck.

 

Was schätzt ihr besonders an der Rudolf-Steiner-Schule Luzern?

Lisa: Die Lehrer gehen sehr individuell auf die Schüler ein, total einfühlsam. Und gleichzeitig sind sie fordernd.


Hein: Es gibt sehr klare Regeln, das gefällt mir. Neben klassischen Fächern wie Deutsch und Mathematik legt die Schule Wert auf künstlerische, musische und handwerkliche Fähigkeiten. Und der Bezug zur Natur ist sehr wichtig.

 

Worin unterscheidet sich eurer Erfahrung nach die Pädagogik der Rudolf-Steiner-Schule von der öffentlichen Schule?

Lisa: Die Lehrer hier setzen alles daran, dass die Kinder mit Freude lernen.


Hein: Ja, das spüren wir bei Arina ganz deutlich. Sie freut sich jeden Tag auf die Schule, kein Vergleich zu früher. Ich bin der Ansicht, dass Kinder, unsere sind 9 und 7 Jahre, mit Freude zur Schule gehen sollten. Wenn das nicht so ist, ist das sehr unglücklich.

 

Die Rudolf-Steiner-Schule ist eine überkonfessionelle Schule, pflegt aber christliche Werte in einer überwiegend christlichen Gesellschaft. Welchen Stellenwert haben die religiösen Feste für euch und wie erlebt das in der Schule?
Lisa: Für mich war das anfangs gewöhnungsbedürftig. Ich kannte weder das Santa-Luzia-Fest kurz vor Weihnachten, noch das Johanni-Fest Mitte Juni. Die Kinder arbeiten im Unterricht der 2. und 3. Klasse mit dem Alten Testament. Das kenne ich so gar nicht. Mein Fazit nach eineinhalb Jahren: Ich habe mich damit arrangiert, doch so ganz meins ist es nicht.


Hein: Ich kenne das noch aus meiner Schulzeit. Durch diese Feste schafft die Schule Raum für das Miteinander: Eltern und Kinder unternehmen gemeinsam etwas und das an der Schule, toll!

 

Du sprichst es bereits an: Ein wichtiger Bestandteil der Rudolf-Steiner-Schule ist die Integration der Eltern in den Schulbetrieb. Wie erlebt ihr den Einsatz der Eltern an der Steinerschule?
Hein: Für mich ist es ein zweischneidiges Schwert: Auf der einen Seite ist es ein tolles Gefühl, die Schule meiner Kinder mitzugestalten. Und ich sehe die Freude meiner Kinder, wenn wir dort aktiv miteinander etwas machen. Doch ganz ehrlich, es erfordert viel Zeit und Kraft. Ja, manchmal ist es schwierig, das neben meiner Arbeit auch noch zu organisieren.
 

Dann sage ich mir, ich habe es so gewählt. Und in der Summe bin ich sehr glücklich mit dieser Wahl. Ich denke, dass ich meinen Kindern so das Maximum für Ihre Zukunft mitgeben kann.

Lisa: Ja, das geht mir genauso.

 

Die Rudolf-Steiner-Schulen sind als Gesamtschulen konzipiert, also für die gesamte Schulzeit von zwölf Jahren. Luzern ist eine kleine Schule und bietet nur das Angebot bis zur 9. Klasse. Wie ist das für euch und wie geht ihr damit um?

Lisa: Ach, gerade jetzt steht dieses Thema nicht im Vordergrund. Wenn unsere Kinder dann soweit sind, schauen wir.
 

Hein: Für mich ist es gut zu wissen, welche weiterführenden Möglichkeiten es innerhalb des Rudolf-Steiner-Konzepts gibt. Ich selbst war bis zur 12. Klasse an der Steiner-Schule. Für mich waren das unvergessliche Jahre.

 

Das Schulgeld an der Rudolf-Steiner-Schule ist vom Einkommen abhängig. Ist die Schule in euren Augen eine Schule nur für Reiche?

Lisa: Also reich muss man nicht sein, um seine Kinder an die Rudolf-Steiner-Schule zu schicken. Aber ja, klar, finanzieren muss man es können. Das Schulgeld, ein Familienbeitrag, ist ein festgelegter Prozentsatz unseres Einkommens. Mir ist es das wert. Auch wenn wir uns dadurch weniger leisten können, als wenn die Kinder auf die öffentliche Schule gingen.
 

Hein: Ja, genau, es ist wirklich eine Frage der Priorisierung. Mir ist diese Schule wichtig und ich bin stolz darauf, dass wir unseren Kindern den Besuch ermöglichen.

 

Was möchtet ihr anderen Eltern mit auf den Weg geben?

Hein: Ich kann die Schule nur weiterempfehlen. Wer eine Alternative zur öffentlichen Schule sucht, findet in der Rudolf-Steiner-Schule Luzern eine sehr gute Möglichkeit. Vor allem weil die Steiner-Pädagogik wohl eine der breitesten, wenn nicht sogar die breiteste Grundausbildung für Kinder und Jugendliche bietet.
 

Lisa: Es ist eine kleine Schule. Sie besteht aus Menschen und hier findet jeder seinen Platz und darf seinen Weg gehen. Das ist sehr oft schön, ab und zu auch anstrengend.

 

Die Rudolf-Steiner-Schulen pflegen weltweit ein grosses Netzwerk. Was bekommt ihr davon mit?

Hein: Aktuell wenig. Aber ich finde es irgendwie toll und beruhigend, dass unsere kleine Schule auf eine grosse Basis zurückgreifen kann, wenn sie mal Unterstützung braucht.

 

Gibt es noch etwas, was ihr loswerden möchtet?

Hein: Ja, der Einsatz, den die Lehrer leisten, ist wirklich enorm: So viele Stunden. So viel Engagement. So viel Herzblut. Die gehen voll für unsere Kinder. Das ist einfach nur einzigartig, danke.

Interview

«Das ist meine neue Schule»

 

Familie Zalokar wohnt in Adligenswil, Lisa Zalokar arbeitet selbstständig als Kosmetikerin und Maskenbildnerin, ihr Mann Hein ist Schulleiter einer Privatschule. Tochter Arina besucht die vierte Klasse, ihr Bruder Janis geht in die 1. Klasse.

Hein, Lisa und Arina Zalokar. Janis versteckt sich dahinter...

Rudolf Steiner Schule Luzern
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