3-Jahres-Projekt: Kompetenzzentrum für Ressourcen orientierte Förderung - IAF

Im Schuljahr 2006/2007 wurde innerhalb der Rudolf Steiner Schule das eigenständige Projekt zur Förderung von Kindern mit besonderen Bedürfnissen mit einer 50% Stelle für eine Heilpädagogin und einer 10% Stelle für Begabungsförderungsarbeit begründet. Im folgenden Abschnitt lesen Sie einen kurzen Bericht von der Heilpädagogin, Simona Roelly.

Meine Arbeit als Heilpädagogin

Was ist mein Auftrag?
Als erster Schritt stellt die Klassenlehrperson einen Antrag um Aufnahme - für ein Kind mit besonderen Bedürfnissen - an die Leitung des Kompetenzzentrums. Daraufhin wird das Kind vom Schulpsychologischen Dienst abgeklärt und erhält
eine Empfehlung für spezifische Einzelbegleitung. Dann wird es im Projekt aufgenommen und erhält die auf seine Bedürfnisse zugeschnittene Förderung. In diesem Prozess ist auch der Schularzt sehr wichtig und er wird nach Möglichkeit miteinbezogen. Diesen Weg müssen wir deshalb gehen, weil wir nur so bei Gemeinden und Kanton finanzielle Unterstützung für diese notwendige Einzeltherapie beantragen können.

Der Grossteil der Finanzierung erfolgt über Spenden und Unterstützung von Privatpersonen, sowie über Projektgebundene Gelder und Kostenübernahmen durch Stiftungen.

So begleite ich die Abläufe, die ein Kind durchlaufen muss, bis es in das Projekt aufgenommen werden kann und Einzelförderung oder Begabtenförderung zugesprochen bekommt. Auch die Therapien - bei uns Heileurythmie, Sprachtherapie und Musiktherapie - werden stark mit einbezogen und gehören zu den wichtigen unterstützenden Massnahmen. Neben der Einzelförderung bin ich in den verschiedenen Klassen als Hilfe tätig, denn die Kinder mit besonderen Bedürfnissen brauchen auch dort Begleitung um sich im sozialen Klassenumfeld zurecht zu finden, um sich allmählich integrieren zu können. Es ist ebenso meine Aufgabe, eine Brücke zu bilden zwischen den Lehrern, dem Schularzt, den Therapeuten, den Schülern und deren Eltern. Besonders wichtig sind die Standortgespräche und die Kinderbesprechungen.

Musiktherapie schlägt die andere Saite
im Menschen an.
Sprachtherapie ist eine
bewegte Sache.
Heileurythmie bringt den Körper und
die Seele ins Gleichgewicht.

Weitere Informationen zu Heileurythmie, Sprachtherapie und Musiktherapie finden sie im Internet beim Schweizerisch Verband für Antroposophische Kunsttherapie.
www.svakt.ch


Begabtenförderung
Die zwei Rucksäcke - Ressourcen orientierte Förderung.

Im Rahmen des Projektes für Ressourcen orientierte Förderung werden auch Gruppenarbeiten für Kinder mit besonderen Begabungen durchgeführt. Hier einen kurzen Bericht über die Beweggründe dieser Arbeit:

Jedes Schulkind geht mit zwei Rucksäcken durch den Schulalltag. Der eine ist oft noch leer und wird im Verlauf der Schuljahre mit Wissen gefüllt, manchmal mit grossen Anstrengungen. Der Andere jedoch verbirgt eine mitgegebene Begabung. Da die Begabungen bei jedem Kind anders sind, können sie sich meist im regulären Schulalltag nicht zu voller Grösse entfalten.

In den kleineren Projektgruppen dürfen die Kinder all ihre Begabungen aus ihren Rucksäcken herausholen, an ihnen arbeiten und den andern zeigen was sie können. Bei einer Sprachbegabung zum Beispiel mit einem anspruchsvollen Vortrag, bei einer Lesebegabung mit einem Hörspiel, bei einer Rechenbegabung mit einer Veranschaulichung der Reihen usw. Dadurch werden die Kinder in ihren Begabungen gestärkt und können gleichzeitig Neues, was oft keinen Platz im regulären Schulalltag findet, dazu lernen.
Jede Gruppe erarbeitet im Laufe von zwei bis sechs Wochen ein Projekt, welches sie der Klasse, der Gemeinschaft vorstellen. Dadurch können die anderen Kinder wieder etwas in ihren Wissensrucksack füllen.

Durch diese spezifischen Förderungen pendelt sich das Gleichgewicht der beiden Rucksäcke aus und die Kinder können aufrechter durch den Schulalltag gehen, denn oft erscheint ihnen der mühsam gefüllte Wissensrucksack unerträglich schwer.


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