Häufige Fragen
Hier versuchen wir Ihnen die wichtigsten oder dringensten Fragen zu beantworten.

Häufige Fragen...
  1. Was ist der Unterschied zwischen der Basisstufe der öffentlichen Schulen und der Elementarstufe der Rudolf Steiner Schule?
  2. Es gibt immer mehr Kinder, die bereits im Kindergarten Lesen, Schreiben und Rechnen lernen und dies auch lernen wollen. Wie wird die Rudolf Steiner schule diesem Bedürfnis gerecht?
  3. Wie werden Kinder aufgenommen?
  4. Was ist das bewegte Klassenzimmer?
  5. Was ist Epochenunterricht ?
  6. Was ist Eurythmie ?
  7. Ab der 1. Klasse Fremdsprachen: Wie geht das ?
  8. Warum gibt es keine Noten ?
  9. Werden Rudolf Steiner Schülerinnen und Schüler weltfremd erzogen?
  10. Warum haben die Kinder sechs Jahre dieselbe Lehrperson?
  11. Für welche Kinder ist die Rudolf Steiner Schule?
  12. Verschiedene Begabungen in einer Klasse. Wie geht man damit um?
  13. Matura?
  14. Wie wird mein Kind auf die Berufswelt vorbereitet?
  15. Sind Eltern an Rudolf Steiner Kindergarten und Schule Anthroposophen?
  16. Wer kann sich eine Schule mit privater Trägerschaft leisten
 

... und welche Frage haben Sie?
Richten Sie Ihre Fragen direkt an info@steinerschule-luzern.ch. Unser Sekretariat oder eine Person aus der Schulführung beantwortet Ihnen Ihre Frage gerne.

 

Es werden regelmässig Infoabende durchgeführt. Der nächste Infoabend findet statt am:

Am29. Januar 2009, um 20.15 Uhr,
an der Rudolf Steiner Schule Luzern, in Littau

 

1. Was ist der Unterschied zwischen der Basisstufe der öffentlichen Schulen und
der Elementarstufe der Rudolf Steiner Schule?


In der Elementarstufe gehören Kindergarten und Schule zwei sehr unterschiedlichen Kulturen an: Spielen und Spass einerseits und ernsthaftes, systematisches Lernen andererseits. Mit der Elementarstufe soll der Übergang vom Kindergarten zur Schule harmonisiert werden. Motto: Spielerisches Lernen.
Die Diskrepanz zweier Lernkulturen gibt es in den Rudolf Steiner Schule seit eh und je nicht. Im Kindergarten geschieht v.a. ein implizites Lernen (Lernen in sinnvollen Lebenszusammenhängen eingebettet: die Kinder wissen nicht, dass sie lernen, aber sie lernen). Ab der 1. Klasse wird das implizite Lernen allmählich in explizites Lernen übergeführt (z.B. Schreiben und Rechnen): zunächst in Bewegungen, im Zeichnen, durch Singen und Musik, durch Sprache, Geschichten etc. eingebettet, wird daraus das Rechnen und Schreiben der Buchstaben explizit gemacht und damit dem Bewusstsein des Kindes zugeführt (Lehren als Aufwecken und nicht als Beibringen). - Mit der Elementarstufe wird dem Übergang vom impliziten zum expliziten Lernen noch mehr Beachtung geschenkt. Das ist ein Gegenzug zur befürchteten "Verschulung" des Kindergartens durch die Basisstufe.
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2. Es gibt immer mehr Kinder, die bereits im Kindergarten Lesen, Schreiben und
Rechnen lernen und dies auch lernen wollen.
Wie wird die Rudolf Steiner Schule diesem Bedürfnis gerecht?


Es gibt zu der bemerkten Tendenz auch noch eine andere: immer mehr Kinder können nicht mehr spielen. Wir betrachten das Spielen als eine Ur-Kulturtechnik und stufen diese sehr hoch ein, da durch das Spiel wichtige und tragende Grundlagen für die Persönlichkeitsentwicklung gelegt werden: Spielen ist die Grundlage für die Entwicklung von Initiative, Hingabefähigkeit und Interesse, Phantasie und Kreativität, Sozialverhalten (Teamfähigkeit, Gesprächsführung, Konfliktlösung, Problembewältigung, Umgang mit Rollen, Grenzen, Regeln etc.) und Sinnfindung. - Das sind alles so genannte soft skills, die grundlegender sind als die auf Konventionen beruhenden Kulturtechniken und heute auch eine grosse Bedeutung in der Arbeitswelt haben. Deshalb hat die Ur-Kulturtechnik Spielen bei uns in der Elementarstufe auch Vorrang vor dem Lesen, Schreiben und Rechnen.
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3. Wie werden Kinder aufgenommen?
Bei Interesse erhalten die Erziehungsberechtigten Informationsmaterial und können sich zu einem Gespräch anmelden. Bei dieser Zusammenkunft mit den Lehrpersonen werden Fragen zur Entwicklung des Kindes und zu unserer Pädagogik erörtert. Verläuft die pädagogische Aufnahme und das anschliessende Finanzgespräch positiv, kann das Kind den Kindergarten besuchen. Der richtige Zeitpunkt für den Eintritt in die erste Klasse wird zusammen mit den Lehrpersonen (dazu gehört natürlich auch die Kindergärtnerin), dem Schularzt und den Eltern sorgsam abgeklärt. Das Kind soll im seelischen, sozialen, kognitiven und körperlichen Bereich dafür bereit sein.
Ein Übertritt in eine bestehende Klasse braucht neben dem positiv verlaufenen Aufnahmegespräch eine zweiwöchige Hospitation.
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4. Was ist das bewegte Klassenzimmer ?
Das bewegte Klassenzimmer verzichtet in den ersten zwei Schuljahren gänzlich auf die Schülerpulte, so dass der gesamte Raum des Klassenzimmers zum bewegenden Tun gebraucht werden kann. Als Mobiliar dienen Bänke, die im ersten Unterrichtsteil kreisförmig angeordnet werden. Die Bänke sind dabei nicht bloss eine Sitzgelegenheit für die Kinder, sie können auch erklettert, übersprungen oder umkrochen werden, - je nachdem, in welcher Funktion sie dem fantasiereichen morgendlichen Bewegungsspiel dienen. Ohne grossen Aufwand ergeben sich vielfältige Möglichkeiten für die heute oft dringend notwendige Nachreifung der Sinne sowie die Pflege von grob- und feinmotorischen Fähigkeiten, die als leibliche Grundlagen erwiesenermassen die Sprach- und Rechenfertigkeit fördern. Wird schriftlich gearbeitet, so nehmen die Kinder auf einem Sitzkissen hinter der Bank Platz und benützen die Sitzfläche als "Tisch". Für Gruppenarbeiten werden zwei oder mehr Bänke zusammengeschoben. Vor der Pause kann mit allen Bänken ein grosser Znünitisch gebildet werden.
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5. Was ist Epochenunterricht ?
Der Hauptunterricht wird in Epochen durchgeführt. Jeder Schultag beginnt mit dem Hauptunterricht (ca. 2 Stunden), welcher in der Unter- und Mittelstufe von der Klassenlehrerin, dem Klassenlehrer, in der Oberstufe von Fachkräften gegeben wird. Ein einziges Lerngebiet, z.B. Mathematik, wird so jeden Morgen während etwa drei bis vier Wochen behandelt. Die einzelnen Fächer werden periodisch während des Schuljahres wieder aufgenommen. Durch die tägliche Vertiefung und Behandlung des gleichen Faches kann konzentriertes Lernen stattfinden. Den langsameren SchülerInnen bleibt mehr Zeit, sich mit einem Inhalt zu beschäftigen, was zu einer Individualisierung des Lernens führt. Wird das gleiche Fach nach längerer Zeit wieder aufgenommen und fortgesetzt, können Schwierigkeiten der letzten Epoche neu und besser angegangen werden.
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6. Was ist Eurythmie ?
Eurythmie ist eine von Rudolf Steiner entwickelte Bewegungskunst, welche nach natürlichen Gesetzmässigkeiten Musik und Sprache durch die Körperbewegung sichtbar macht. In der Musik werden Takt, Rhythmus, Melodie, Tonhöhe und die Intervalle bewegt. In der Sprache und Dichtung kommen das Versmass, die Laute oder die seelischen Stimmungen durch Gebärden zum Tragen und das Wort wird so durch den ganzen Menschen sichtbar. Die Eurythmie wirkt harmonisierend auf den Menschen und hilft, gewisse Einseitigkeiten in der Entwicklung des Kindes auszugleichen: Sie ist eine Kunst der Mitte.
Heileurythmie gleicht extrem seelische oder körperliche Schwierigkeiten aus. Dies erfordert eine besondere Ausbildung. Die Heileurythmiestunden finden einzeln und auf Verordnung des Arztes statt.
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7. Ab der 1. Klasse Fremdsprachen: wie geht das ?
In den ersten drei Schuljahren werden die Fremdsprachen ausschliesslich spielerisch in Form von Versen, Liedern oder Konversation unterrichtet. Die Kinder leben sich in den Rhythmus und die Melodie der Sprache ein. Ziel des Fremdsprachunterrichts ist, den werdenden Menschen im offenen, flexiblen Denken, Fühlen und Wollen zu fördern und eine andere Art des Schauens und Fühlens anzubieten (Stichwort "Weltbürger"). Erst ab der 4. Klasse folgen schriftliche Arbeiten, Grammatik und Lektüre.
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8. Warum gibt es keine Noten ?
Für das Kind soll in den ersten sechs Jahren keine künstliche Drucksituation geschaffen werden. Vielmehr soll die Liebe zum Lernen gefördert werden. Die Kinder erhalten einen schriftlichen Bericht des Klassenlehrers/der Klassenlehrerin und der Fachlehrpersonen zu ihren kognitiven, personalen und sozialen Fähigkeiten. Der individuelle Zeugnisspruch begleitet das Kind über das ganze folgende Schuljahr. Schwierigkeiten werden im persönlichen Kontakt mit den Eltern angesprochen und Lösungen gemeinsam erarbeitet. Ab der 7. Klasse werden Prüfungen zunehmend nach Noten bewertet.
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9. Werden Rudolf Steiner Schülerinnen und Schüler weltfremd?
Die Rudolf Steiner Schule ist davon überzeugt, dass neben dem reinen Wissen und Können vor allem Eigenschaften wie Charakterstärke, Kreativität und soziale Kompetenzen zählen um sich in der heutigen schnell ändernden Gesellschaft zurecht zu finden. Der Unterricht soll die eigene Wahrnehmungsfähigkeit, das selbständige Denken, Handeln und Tun fördern.
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10. Warum haben die Kinder sechs Jahre lang die selbe Lehrperson?
Die KlassenlehrerInnen führen ihre Klasse in der Regel sechs bis acht Jahre lang und unterrichten in dieser Zeit alle Fächer bis auf Fremdsprachen, Eurythmie, Sport und Handwerksunterricht. Sie stehen in der Entwicklungsphase der Kinder zwischen Zahnwechsel und Pubertät als Garant für gelebte Kontinuität in den zwischenmenschlichen Beziehungen.
Die Auseinandersetzung des Kindes mit einer erzieherischen wirksamen Persönlichkeit führt zur selbständigen Urteilsfähigkeit.
Mit dem Übertritt in die Oberstufe 7. bis 9. Schuljahr gehen markante Änderungen in den Unterrichtsformen einher. Das Fachlehrkraft-System sowie höhere Erwartungen an die Selbstständigkeit der Schüler/innen sind dabei die offensichtlichsten Änderungen.
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11. Für welche Kinder ist die Rudolf Steiner Schule?
Die Rudolf Steiner Schule ist eine öffentliche Schule, die allen Kindern offen steht. Sie umfasst den Kindergarten ab vier Jahren und die Schule von der 1. bis zur 9. Klasse. Sie unterrichtet nach den pädagogischen Leitlinien Rudolf Steiners und ist konfessionell unabhängig. Lehrplan und Unterrichtsmethoden sind altersentsprechend und folgen den Entwicklungsstufen des Menschen. Die Schule bildet die Persönlichkeit, indem sie individuelle Freiheit, soziales Empfinden und verantwortungsbewusstes Handeln fördert. Das Aneignen von Wissen und Können baut auf eine gesunde Entwicklung des Kindes auf. Es ist pädagogisch und gesellschaftlich sinnvoll, Kinder mit unterschiedlichen Fähigkeiten in einer Klasse gemeinsam auszubilden. Nur so kann sich ein umfassendes soziales Verständnis entwickeln.
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12. Verschiedene Begabungen in einer Klasse. Wie geht man damit um?
Die individuellen Anlagen des Kindes, Künstlerische, soziale und intellektuelle Fähigkeiten werden gleichermassen ausgebildet und nicht hierarchisch behandelt. Insbesondere sollen die schwächer ausgebildeten Seiten eines Kindes gestärkt und gefördert werden. Verschiedene Begabungen in einer Klasse stärken den sozialen Zusammenhalt, da die Klasse stark nach dem Prinzip der Gemeinschaft funktioniert. In der Oberstufe nimmt die Individualisierung der Schüler zu; die Stärken und Schwächen treten deutlicher zu Tage. Diese werden durch Niveaugruppen in einzelnen Fächern ausgeglichen. Sowohl Heileurythmie wie auch integrierte Förderung helfen, individuelle Lernschwächen zu erkennen und anzugehen.
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13. Matura?
Im Kanton Luzern ist der prüfungsfreie Übertritt für Schülerinnen und Schüler aus der Rudolf Steiner Schule an die Gymnasien garantiert. Dieser erfolgt auf Empfehlung der Lehrperson im Anschluss an ein Elterngespräch in der Regel nach der 9. Klasse ins Kurzzeitgymnasium. Möglich sind auch ein früherer Übertritt ans Langzeitgymnasium. Weiter besteht mit der Atelier-Schule in Zürich die Möglichkeit, die Matura an der Oberstufe einer Rudolf Steiner Schule zu absolvieren.
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14. Wie wird mein Kind auf die Berufswelt vorbereitet?
Allgemein ist die persönliche Berufsfindung Angelegenheit der SchülerInnen. Die Schule unterstützt diesen wichtigen biografischen Prozess unter anderem durch Informationen über weiterführende Bildungswege, Gelegenheit zu Schnupperlehren etc.
In den höheren Klassen finden Praktika statt, die den SchülerInnen konkrete Erfahrungen in der Arbeitswelt geben.
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15. Sind Eltern an Rudolf Steiner Kindergarten und Schule Anthroposophen?
Wohl alle Schulen richten sich nach Werten aus, die von einer bestimmten Philosophie abgeleitet sind. Die an der Rudolf Steiner Schule angewandte Erziehungs- und Unterrichtspraxis basiert auf der Grundlage, die Rudolf Steiner in zahlreichen Vorträgen und Schriften dargelegt hat. Sie gehört zu den wichtigsten Ergebnissen die aus der von ihm begründeten Anthroposophie hervorgegangen sind. Sie ist verständlich formuliert, umfassend dokumentiert und damit nachvollziehbar. In diesem Sinne vermittelt die Rudolf Steiner Schule Werte, welche von einer Philosophie abgeleitet sind, die von den Eltern mit ihrem je eigenen persönlichen Hintergrund bewusst anerkannt wird.
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16. Wer kann sich eine Schule mit privater Trägerschaft leisten?
Die Rudolf Steiner Schule versteht sich als freie Schule, die allen Kindern offen steht. Als Organisation mit privater Trägerschaft muss sie selbst für die Finanzierung sorgen. Die Schulgeldregelung wird individuell gestaltet. Die Höhe des Betrages richtet sich nach den finanziellen Möglichkeiten der Eltern, aber auch deren Verantwortung der Schule gegenüber. Ziel ist, Kostendeckung in Freiheit, Solidarität und Verantwortung zu erreichen. Aus sozialen Gründen gibt es einen Familienbeitrag, unabhängig von der Anzahl der Kinder pro Familie, welche die Schule besuchen.
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