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Häufige Fragen
Hier versuchen wir Ihnen die wichtigsten oder dringensten Fragen
zu beantworten.
... und welche Frage haben Sie?
Richten Sie Ihre Fragen direkt an info@steinerschule-luzern.ch.
Unser Sekretariat oder eine Person aus der Schulführung beantwortet
Ihnen Ihre Frage gerne.
Es
werden regelmässig Infoabende durchgeführt.
Der nächste Infoabend findet statt am:
Am29. Januar 2009, um 20.15
Uhr,
an der Rudolf Steiner Schule Luzern, in Littau
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1. Was ist der Unterschied
zwischen der Basisstufe der öffentlichen Schulen und
der Elementarstufe der Rudolf Steiner Schule?
In der Elementarstufe gehören Kindergarten und Schule zwei sehr
unterschiedlichen Kulturen an: Spielen und Spass einerseits und
ernsthaftes, systematisches Lernen andererseits. Mit der Elementarstufe
soll der Übergang vom Kindergarten zur Schule harmonisiert werden.
Motto: Spielerisches Lernen.
Die Diskrepanz zweier Lernkulturen gibt es in den Rudolf Steiner
Schule seit eh und je nicht. Im Kindergarten geschieht v.a. ein
implizites Lernen (Lernen in sinnvollen Lebenszusammenhängen eingebettet:
die Kinder wissen nicht, dass sie lernen, aber sie lernen). Ab der
1. Klasse wird das implizite Lernen allmählich in explizites Lernen
übergeführt (z.B. Schreiben und Rechnen): zunächst in Bewegungen,
im Zeichnen, durch Singen und Musik, durch Sprache, Geschichten
etc. eingebettet, wird daraus das Rechnen und Schreiben der Buchstaben
explizit gemacht und damit dem Bewusstsein des Kindes zugeführt
(Lehren als Aufwecken und nicht als Beibringen). - Mit der Elementarstufe
wird dem Übergang vom impliziten zum expliziten Lernen noch mehr
Beachtung geschenkt. Das ist ein Gegenzug zur befürchteten "Verschulung"
des Kindergartens durch die Basisstufe.
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2. Es gibt immer mehr
Kinder, die bereits im Kindergarten Lesen, Schreiben und
Rechnen
lernen und dies auch lernen wollen.
Wie
wird die Rudolf Steiner Schule diesem Bedürfnis gerecht?
Es gibt zu der bemerkten Tendenz auch noch eine andere: immer mehr
Kinder können nicht mehr spielen. Wir betrachten das Spielen als
eine Ur-Kulturtechnik und stufen diese sehr hoch ein, da durch das
Spiel wichtige und tragende Grundlagen für die Persönlichkeitsentwicklung
gelegt werden: Spielen ist die Grundlage für die Entwicklung von
Initiative, Hingabefähigkeit und Interesse, Phantasie und Kreativität,
Sozialverhalten (Teamfähigkeit, Gesprächsführung, Konfliktlösung,
Problembewältigung, Umgang mit Rollen, Grenzen, Regeln etc.) und
Sinnfindung. - Das sind alles so genannte soft skills, die
grundlegender sind als die auf Konventionen beruhenden Kulturtechniken
und heute auch eine grosse Bedeutung in der Arbeitswelt haben. Deshalb
hat die Ur-Kulturtechnik Spielen bei uns in der Elementarstufe
auch Vorrang vor dem Lesen, Schreiben und Rechnen.
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3. Wie werden Kinder
aufgenommen?
Bei Interesse erhalten die Erziehungsberechtigten Informationsmaterial
und können sich zu einem Gespräch anmelden. Bei dieser Zusammenkunft
mit den Lehrpersonen werden Fragen zur Entwicklung des Kindes und
zu unserer Pädagogik erörtert. Verläuft die pädagogische Aufnahme
und das anschliessende Finanzgespräch positiv, kann das Kind den
Kindergarten besuchen. Der richtige Zeitpunkt für den Eintritt in
die erste Klasse wird zusammen mit den Lehrpersonen (dazu gehört
natürlich auch die Kindergärtnerin), dem Schularzt und den Eltern
sorgsam abgeklärt. Das Kind soll im seelischen, sozialen, kognitiven
und körperlichen Bereich dafür bereit sein.
Ein Übertritt in eine bestehende Klasse braucht neben dem positiv
verlaufenen Aufnahmegespräch eine zweiwöchige Hospitation.
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4. Was ist das bewegte
Klassenzimmer ?
Das bewegte Klassenzimmer verzichtet in den ersten zwei Schuljahren
gänzlich auf die Schülerpulte, so dass der gesamte Raum des Klassenzimmers
zum bewegenden Tun gebraucht werden kann. Als Mobiliar dienen Bänke,
die im ersten Unterrichtsteil kreisförmig angeordnet werden. Die
Bänke sind dabei nicht bloss eine Sitzgelegenheit für die Kinder,
sie können auch erklettert, übersprungen oder umkrochen werden,
- je nachdem, in welcher Funktion sie dem fantasiereichen morgendlichen
Bewegungsspiel dienen. Ohne grossen Aufwand ergeben sich vielfältige
Möglichkeiten für die heute oft dringend notwendige Nachreifung
der Sinne sowie die Pflege von grob- und feinmotorischen Fähigkeiten,
die als leibliche Grundlagen erwiesenermassen die Sprach- und Rechenfertigkeit
fördern. Wird schriftlich gearbeitet, so nehmen die Kinder auf einem
Sitzkissen hinter der Bank Platz und benützen die Sitzfläche als
"Tisch". Für Gruppenarbeiten werden zwei oder mehr Bänke zusammengeschoben.
Vor der Pause kann mit allen Bänken ein grosser Znünitisch gebildet
werden.
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5. Was ist Epochenunterricht
?
Der Hauptunterricht wird in Epochen durchgeführt. Jeder Schultag
beginnt mit dem Hauptunterricht (ca. 2 Stunden), welcher in der
Unter- und Mittelstufe von der Klassenlehrerin, dem Klassenlehrer,
in der Oberstufe von Fachkräften gegeben wird. Ein einziges Lerngebiet,
z.B. Mathematik, wird so jeden Morgen während etwa drei bis vier
Wochen behandelt. Die einzelnen Fächer werden periodisch während
des Schuljahres wieder aufgenommen. Durch die tägliche Vertiefung
und Behandlung des gleichen Faches kann konzentriertes Lernen stattfinden.
Den langsameren SchülerInnen bleibt mehr Zeit, sich mit einem Inhalt
zu beschäftigen, was zu einer Individualisierung des Lernens führt.
Wird das gleiche Fach nach längerer Zeit wieder aufgenommen und
fortgesetzt, können Schwierigkeiten der letzten Epoche neu und besser
angegangen werden.
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6. Was ist Eurythmie
?
Eurythmie ist eine von Rudolf Steiner entwickelte Bewegungskunst,
welche nach natürlichen Gesetzmässigkeiten Musik und Sprache durch
die Körperbewegung sichtbar macht. In der Musik werden Takt, Rhythmus,
Melodie, Tonhöhe und die Intervalle bewegt. In der Sprache und Dichtung
kommen das Versmass, die Laute oder die seelischen Stimmungen durch
Gebärden zum Tragen und das Wort wird so durch den ganzen Menschen
sichtbar. Die Eurythmie wirkt harmonisierend auf den Menschen und
hilft, gewisse Einseitigkeiten in der Entwicklung des Kindes auszugleichen:
Sie ist eine Kunst der Mitte.
Heileurythmie gleicht extrem seelische oder körperliche Schwierigkeiten
aus. Dies erfordert eine besondere Ausbildung. Die Heileurythmiestunden
finden einzeln und auf Verordnung des Arztes statt.
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7. Ab der 1. Klasse
Fremdsprachen: wie geht das ?
In den ersten drei Schuljahren werden die Fremdsprachen ausschliesslich
spielerisch in Form von Versen, Liedern oder Konversation unterrichtet.
Die Kinder leben sich in den Rhythmus und die Melodie der Sprache
ein. Ziel des Fremdsprachunterrichts ist, den werdenden Menschen
im offenen, flexiblen Denken, Fühlen und Wollen zu fördern und eine
andere Art des Schauens und Fühlens anzubieten (Stichwort "Weltbürger").
Erst ab der 4. Klasse folgen schriftliche Arbeiten, Grammatik und
Lektüre.
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8. Warum gibt es
keine Noten ?
Für das Kind soll in den ersten sechs Jahren keine künstliche Drucksituation
geschaffen werden. Vielmehr soll die Liebe zum Lernen gefördert
werden. Die Kinder erhalten einen schriftlichen Bericht des Klassenlehrers/der
Klassenlehrerin und der Fachlehrpersonen zu ihren kognitiven, personalen
und sozialen Fähigkeiten. Der individuelle Zeugnisspruch begleitet
das Kind über das ganze folgende Schuljahr. Schwierigkeiten werden
im persönlichen Kontakt mit den Eltern angesprochen und Lösungen
gemeinsam erarbeitet. Ab der 7. Klasse werden Prüfungen zunehmend
nach Noten bewertet.
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9. Werden Rudolf
Steiner Schülerinnen und Schüler weltfremd?
Die Rudolf Steiner Schule ist davon überzeugt, dass neben dem
reinen Wissen und Können vor allem Eigenschaften wie Charakterstärke,
Kreativität und soziale Kompetenzen zählen um sich in
der heutigen schnell ändernden Gesellschaft zurecht zu finden.
Der Unterricht soll die eigene Wahrnehmungsfähigkeit, das selbständige
Denken, Handeln und Tun fördern.
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10. Warum haben die
Kinder sechs Jahre lang die selbe Lehrperson?
Die KlassenlehrerInnen führen ihre Klasse in der Regel sechs bis
acht Jahre lang und unterrichten in dieser Zeit alle Fächer bis
auf Fremdsprachen, Eurythmie, Sport und Handwerksunterricht. Sie
stehen in der Entwicklungsphase der Kinder zwischen Zahnwechsel
und Pubertät als Garant für gelebte Kontinuität in den zwischenmenschlichen
Beziehungen.
Die Auseinandersetzung des Kindes mit einer erzieherischen wirksamen
Persönlichkeit führt zur selbständigen Urteilsfähigkeit.
Mit dem Übertritt in die Oberstufe 7. bis 9. Schuljahr gehen markante
Änderungen in den Unterrichtsformen einher. Das Fachlehrkraft-System
sowie höhere Erwartungen an die Selbstständigkeit der Schüler/innen
sind dabei die offensichtlichsten Änderungen.
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11. Für welche Kinder
ist die Rudolf Steiner Schule?
Die Rudolf Steiner Schule ist eine öffentliche Schule, die allen
Kindern offen steht. Sie umfasst den Kindergarten ab vier Jahren
und die Schule von der 1. bis zur 9. Klasse. Sie unterrichtet nach
den pädagogischen Leitlinien Rudolf Steiners und ist konfessionell
unabhängig. Lehrplan und Unterrichtsmethoden sind altersentsprechend
und folgen den Entwicklungsstufen des Menschen. Die Schule bildet
die Persönlichkeit, indem sie individuelle Freiheit, soziales Empfinden
und verantwortungsbewusstes Handeln fördert. Das Aneignen von Wissen
und Können baut auf eine gesunde Entwicklung des Kindes auf. Es
ist pädagogisch und gesellschaftlich sinnvoll, Kinder mit unterschiedlichen
Fähigkeiten in einer Klasse gemeinsam auszubilden. Nur so kann sich
ein umfassendes soziales Verständnis entwickeln.
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12. Verschiedene
Begabungen in einer Klasse. Wie geht man damit um?
Die individuellen Anlagen des Kindes, Künstlerische, soziale und
intellektuelle Fähigkeiten werden gleichermassen ausgebildet und
nicht hierarchisch behandelt. Insbesondere sollen die schwächer
ausgebildeten Seiten eines Kindes gestärkt und gefördert werden.
Verschiedene Begabungen in einer Klasse stärken den sozialen Zusammenhalt,
da die Klasse stark nach dem Prinzip der Gemeinschaft funktioniert.
In der Oberstufe nimmt die Individualisierung der Schüler zu; die
Stärken und Schwächen treten deutlicher zu Tage. Diese werden durch
Niveaugruppen in einzelnen Fächern ausgeglichen. Sowohl Heileurythmie
wie auch integrierte
Förderung helfen, individuelle Lernschwächen zu erkennen und
anzugehen.
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13. Matura?
Im Kanton Luzern ist der prüfungsfreie Übertritt für Schülerinnen
und Schüler aus der Rudolf Steiner Schule an die Gymnasien garantiert.
Dieser erfolgt auf Empfehlung der Lehrperson im Anschluss an ein
Elterngespräch in der Regel nach der 9. Klasse ins Kurzzeitgymnasium.
Möglich sind auch ein früherer Übertritt ans Langzeitgymnasium.
Weiter besteht mit der Atelier-Schule in Zürich die Möglichkeit,
die Matura an der Oberstufe einer Rudolf Steiner Schule zu absolvieren.
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14. Wie wird mein
Kind auf die Berufswelt vorbereitet?
Allgemein ist die persönliche Berufsfindung Angelegenheit der SchülerInnen.
Die Schule unterstützt diesen wichtigen biografischen Prozess unter
anderem durch Informationen über weiterführende Bildungswege, Gelegenheit
zu Schnupperlehren etc.
In den höheren Klassen finden Praktika statt, die den SchülerInnen
konkrete Erfahrungen in der Arbeitswelt geben.
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15. Sind Eltern an
Rudolf Steiner Kindergarten und Schule Anthroposophen?
Wohl alle Schulen richten sich nach Werten aus, die von einer bestimmten
Philosophie abgeleitet sind. Die an der Rudolf Steiner Schule angewandte
Erziehungs- und Unterrichtspraxis basiert auf der Grundlage, die
Rudolf Steiner in zahlreichen Vorträgen und Schriften dargelegt
hat. Sie gehört zu den wichtigsten Ergebnissen die aus der von ihm
begründeten Anthroposophie hervorgegangen sind. Sie ist verständlich
formuliert, umfassend dokumentiert und damit nachvollziehbar. In
diesem Sinne vermittelt die Rudolf Steiner Schule Werte, welche
von einer Philosophie abgeleitet sind, die von den Eltern mit ihrem
je eigenen persönlichen Hintergrund bewusst anerkannt wird.
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16. Wer kann sich
eine Schule mit privater Trägerschaft leisten?
Die Rudolf Steiner Schule versteht sich als freie Schule, die allen
Kindern offen steht. Als Organisation mit privater Trägerschaft
muss sie selbst für die Finanzierung sorgen. Die Schulgeldregelung
wird individuell gestaltet. Die Höhe des Betrages richtet sich nach
den finanziellen Möglichkeiten der Eltern, aber auch deren Verantwortung
der Schule gegenüber. Ziel ist, Kostendeckung in Freiheit, Solidarität
und Verantwortung zu erreichen. Aus sozialen Gründen gibt es einen
Familienbeitrag, unabhängig von der Anzahl der Kinder pro Familie,
welche die Schule besuchen.
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