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REGION, 23.03.2006
Rudolf Steiner Schule: Spielerisches Lernen
mit allen Sinnen
(Ruth Müller)
LITTAU - Die Rudolf Steiner Schule Luzern führt
seit Anfang Jahr für vier- bis achtjährige Kinder neu eine "basalstufe".
Deren Hauptanliegen ist es, den Kindern die Grundlage einer umfassenden
gesunden Entwicklung zu vermitteln.
"Eins, zwei, drei, glugg, fünf ... " tönt es, wenn die Zweit- und
Drittklässler der Rudolf Steiner Schule Luzern die Zahlenreihen
4 und 40 lernen und üben. Völlig vertieft sitzen die Schülerinnen
und Schüler auf ihren Bänkli. "Mit solchen Spielen können die Kinder
ihr Gleichgewicht, den Tast- und Bewegungssinn üben", so Iva Zahradnik,
Kindergärtnerin an der Steiner Schule in Littau. Lernen mit allen
Sinnen, ein Grundsatz der Rudolf Steiner Schulen. Auf dem Stundenplan
stehen gleichberechtigt neben den klassischen Wissensfächern Handarbeit
und Werken, Musik, Chor und Orchester, Eurythmie (Bewegungskunst)
sowie Gartenbau, Lager- und Theaterprojekte.
Leistung kontra Leistungsdruck
Beat Vogel, Präsident des Schulvereins: "Viele Eltern suchen eine
Schule, wo der Leistungsdruck nicht im Vordergrund steht." Statistiken
zeigen, dass die Chancen auf dem Arbeitsmarkt von Steiner-Schülern
gleich gut, wenn nicht besser sind. Seit Anfang Jahr führt die Rudolf
Steiner Schule Luzern neu die "basalstufe" für vier- bis achtjährige
Kinder. Dieses Schulmodell umfasst einen Kindergarten und eine 1./2.
Klasse. Dabei wird in der Elementarklasse (ehemals Kindergarten)
vor allem ein Lernen in sinnvollen. Lebenszusammenhängen praktiziert.
Die Kinder wissen nicht, dass sie lernen, aber sie lernen. Ab der
ersten Klasse wird dieses implizite Lernen durch Bewegungen, im
Zeichnen, durch Singen und Musik, Sprache und Geschichten allmählich
in explizites Lernen überführt.
Sprachkompetenz fördern
Ebenfalls bereits ab der ersten Klasse werden Englisch und Französisch
eingeführt. Egal ob "Omelette dräie" oder auf Französisch zählen,
die Kinder sind mit allen Sinnen aktiv. Sabine Baumgartner, Klassenlehrerin
2./3. Klasse und Projektleiterin "basalstufe" Luzern: "Bei immer
mehr Kindern ist heute das Körperempfinden beeinträchtigt. Spielerisch
können solche Defizite aufgeholt werden." Nur noch schnell eine
kleine Rechenaufgabe lösen und schon springt jedes Kind davon -
ab in den Englischunterricht.
Vortrag und offene Türe
Im Rahmen der "Steiner Woche 06" hält Thomas Marti, Projektleiter
"basalstufe" Bern, am Freitag, 24. März, um 20 Uhr im Berufsbildungszentrum
an der Robert-Zünd-Strasse 4 in Luzern einen Vortrag zum Thema "basalstufe"
und die Salutogenese in der Steiner-Pädagogik. Am 27./28. März von
8 bis 16 Uhr und am 29. März von 8 bis 13 Uhr lädt die Rudolf Steiner
Schule an der Luzernerstrasse 145a in Littau zum Tag der offenen
Tür der "basalstufe" und der 3. bis 9. Klasse ein
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