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RUDOLF STEINER SCHULE LUZERN, MEDIENMITTEILUNG, 13.03.2006
Neue basalstufe für vier- bis achtjährige Kinder
an der Rudolf Steiner Schule Luzern
(Beat Vogel, Präsident Schulverein)
LITTAU - Seit Anfang Jahr führt die Rudolf Steiner
Schule Luzern neu die basalstufe für vier- bis achtjährige
Kinder. Dieses Schulmodell umfasst einen Kindergarten und eine 1./2.
Klasse. Das Hauptanliegen der basalstufe ist, den Kindern die Grundlage
einer umfassenden gesunden Entwicklung zu geben. Das Modell basalstufe
wurde an der Rudolf Steiner Schule in Bern vor vier Jahren entwickelt
und wird seither mit Erfolg praktiziert (siehe www.basalstufe.ch).
Medizinisch-pädagogische Untersuchungen in Zusammenarbeit mit
der Universität Bern (KI-KOM) zeigen, dass die basalstufe
nicht nur Absicht und Programm ist, sondern nach-weisbar gesundende
Wirkungen auf die Kinder hat.
Daseinsvertrauen als Grundlage
Für die ersten Jahre in der Schule ist es wichtig, dass Kinder
ausreichend Zeit und Gelegenheit bekommen, ihre Wahrnehmungs- und
Bewegungsfähigkeiten weiter auszubilden. Sie sollen sensibler, beweglicher
und geschickter werden, vielfältige soziale Erfahrungen mit ihresgleichen
machen dürfen - kurz: in unserer Welt so richtig "ankommen" und
sich im Leben "einwurzeln". Dazu brauchen die Kinder lustvolle Möglichkeiten
zu freiem und angeleitetem Spielen, zu sozialen und kulturellen
Erlebnissen und zu elementaren Erfahrungen im Umgang mit der Natur.
Ein gesundes Daseinsvertrauen ist eine wichtige Grundlage nicht
nur für das schulische Lernen, sondern für das ganze spätere Leben.
Was ist der Unterschied zwischen der basalstufe
der Rudolf Steiner Schule und dem Projekt Basisstufe der öffentlichen
Schulen?
Kindergartenkultur-Schulkultur
Basisstufe: Kindergarten und Schule gehören zwei sehr unterschiedlichen
Kulturen an: Spielen und Spass einerseits und ernsthaftes, systematisches
Lernen andererseits. Mit der Basisstufe soll der Übergang vom Kindergarten
zur Schule harmonisiert werden. Motto: Spielerisches Lernen.
basalstufe: Die Diskrepanz zweier Lernkulturen gibt
es in den Rudolf Steiner Schulen seit jeher nicht. In der Elementarklasse
(ehemals Kindergarten) geschieht v.a. ein implizites Lernen. Das
ist ein Lernen in sinnvollen Lebenszusammenhängen: Die Kinder wissen
nicht, dass sie lernen, aber sie lernen. Ab der 1. Klasse wird das
implizite Lernen allmählich in explizites Lernen übergeführt: Zunächst
in Bewegungen, im Zeichnen, durch Singen und Musik, durch Sprache,
Geschichten etc. eingebettet, werden daraus das Rechnen und das
Schreiben der Buchstaben explizit gemacht (und nicht schon in der
Elementarklasse!) und damit dem Bewusstsein des Kindes zugeführt
(Lehren als Aufwecken und nicht als Beibringen). Ab der 1. Klasse
werden auch Englisch und Französisch eingeführt. Mit der basalstufe
wird dem Übergang vom impliziten zum expliziten Lernen noch mehr
Beachtung geschenkt. Dies ist ein Gegenzug zur befürchteten "Verschulung"
des Kindergartens durch die Basisstufe.
Frühleser, Frühschreiber, Frührechner
Basisstufe: Es gibt immer mehr Kinder, die bereits im Kindergarten
Lesen, Schreiben und Rechnen lernen und dies auch lernen wollen.
Diesem Bedürfnis sollte man gerecht werden und den Kulturtechniken
bereits früher als bisher Platz einräumen.
basalstufe: Es gibt zu der bemerkten Tendenz auch
noch eine andere: Immer mehr Kinder können nicht mehr spielen. Wir
betrachten das Spielen als eine Ur-Kulturtechnik und stufen diese
sehr hoch ein, da durch das Spiel wichtige und tragende Grundlagen
für die Persönlichkeitsentwicklung gelegt werden. Spielen ist die
Grundlage für die Entwicklung von Initiative, Hingabefähigkeit und
Interesse, Phantasie und Kreativität, Sozialverhalten (Teamfähigkeit,
Gesprächsführung, Konfliktlösung, Problembewältigung, Umgang mit
Rollen, Grenzen, Regeln etc.) und Sinnfindung. Diese so genannten
soft skills sind grundlegender als die auf Konventionen beruhenden
Kulturtechniken. Soft skills haben heute auch eine grosse
Bedeutung in der Arbeitswelt.
| SteinerWoche 06: "…wir
gehen aufs Ganze!" |
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Vom 24.3. bis 2.4. ein
Projekt in der ganzen Schweiz
SteinerWoche 06: "…wir gehen aufs Ganze!"
Rudolf Steiner Schulen, biologisch-dynamische
Landwirtschaft, anthroposophische Medizin - ihre
Anfänge liegen rund 80 Jahre zurück in den Impulsen
eines fruchtbaren Denkers, der seinen Gedanken
Werke hat folgen lassen: Rudolf Steiner (1861-1925).
In der ganzen Schweiz zeigen die 36 Rudolf Steiner
Schulen, die biologisch-dynamische Landwirtschaft
und die drei anthroposophischen Kliniken in der
Woche 13 mit regionalen Veranstaltungen die Früchte
ihrer Arbeit, die immer vom Ganzen ausgeht und
auf das Ganze abzielt. Das ganze Programm auf
www.steinerschule.ch.
Die Veranstaltungen der
Rudolf Steiner Schule Luzern im Rahmen der
SteinerWoche 06:
Fr 24. März 2006, 20 Uhr
Die basalstufe und die Salutogenese in der
Steiner-Pädagogik, Vortrag von Thomas Marti, Projektleiter
basalstufe, Bern
Berufsbildungszentrum Luzern, Bahnhofgebäude,
Robert-Zünd-Strasse 4
Sa 25. März 2006, 09.00 Uhr
Öffentliche Quartalsfeier: Einblick ins Schulschaffen
Rudolf Steiner Schule, Littau
Mo/Di 27./28. März 2006, 08-16 Uhr
Mi 29. März 2006, 08-13 Uhr
Tag der offenen Tür Basalstufe und 3.-9. Klasse
Rudolf Steiner Schule, Littau
Di 28. März 2006, 20 Uhr
Fit für Prüfungen - Geistige Präsenz dank bewusster
Ernährung, Vortrag von Annegret Bohmert, Ernährungspädagogin,
Zürich
Berufsbildungszentrum Luzern, Bahnhofgebäude,
Robert-Zünd-Strasse 4
Do 30. März 2006, 20.15 Uhr
Informationsabend zur Basalstufe
Rudolf Steiner Schule, Littau
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