MEDIENSTELLE ANTHROPOSOPHIE SCHWEIZ, 13.02.2006

"Schulkreis"-Sonderausgabe über Ehemalige von Steiner Schulen
Lebenstüchtig - mit Degen und Dirigierstab, Kochlöffel und Computer

(mas)

DORNACH - Noch immer grassieren massive Vorurteile gegenüber der Waldorfpädagogik, wie sie an den 36 Rudolf Steiner Schulen in der Schweiz praktiziert wird: sie sei weltfremd und zu we-nig leistungsorientiert, schöngeistig und zu wenig praxisbezogen. 41 Porträts in einer Sonderausgabe der Zeitschrift "Schulkreis" stellen lebenstüchtige Ehemalige vor, die ihre Frau und ihren Mann stehen in Politik und Wissenschaft, Wirtschaft und Sport, sozialen Berufen und Kultur. Und zwar nicht "trotz", sondern - mindestens auch - "wegen" ihrer Schulzeit in einer Steiner Schule.

Ein Ehemaliger beschreibt es in "Lebenstüchtig - was Ehemalige von Rudolf Steiner Schulen heute machen" selber: wie die Augenbrauen hochgehen, wenn er ganz selbstverständlich erzählt, dass er in der Steiner Schule war - was?! So ein erfolgreicher Mensch - und kommt aus der "Steinsgi"?! Wie viele bestandene Frauen und Männer aus eben dieser "Steinsgi" sprengt er hartnäckige Vorurteile über die Waldorfpädagogik: Kinder erlebten in der Schulstube zwar eine heile Welt, seien aber später dem real existierenden Leben nicht gewachsen. Oder sie fänden, weil sie neben den kognitiven und leistungsorientierten Fächern auch musisch, sozial und handwerklich gefördert würden, später keinen oder nur schwer Anschluss an weiterführende und vor allem intellektuelle Ausbildungen und Berufe.

Dagegen ist schon oft mit Lehrplänen, empirischen Untersuchungen und pädagogischen Erfahrungen gefochten worden. Die Schulkreis-Sonderausgabe "Lebenstüchtig - was Ehemalige von Rudolf Steiner Schulen heute machen" stellt dreisprachig, wenn auch vorwiegend auf Deutsch, 41 Frauen und Männer vor. In Berichten und Interviews erzählen sie, wie sie die oder der geworden sind, die sie heute sind - und was der Anteil ihrer Schule und deren Pädagogik an ihrem Werdegang sein könnte. Christian Schopper, Oberarzt an der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich, stellt in seinem Kommentar zu den Porträts fest, dass die Waldorfpädagogik jungen Menschen offensichtlich hilft, mit "Zukunftshoffnung statt Zukunftspessimus" ins Berufsleben zu gehen.

Verschiedene Jahrgänge, Berufe und Sprachregionen
In "Lebenstüchtig" dominieren die Jahrgänge ab 1970, die jüngste - ein Model - weist Jahrgang 1986 aus (Denise Rombouts). Eine kleinere Gruppe bewegt sich um die Jahrgänge 1955/1960 (Michael und Sibylle Birkenmeier, Martin Ott); ein Veteran mit dem Geburtsjahr 1935 (Georg Müller) steht pars pro toto für die zahllosen Lebenstüchtigen früherer Jahrgänge. Ein Auswahlkriterium für die 41 publizierten der 90 recherchierten Lebensläufe war die Aktualität eines spektakulären Auftritts in der literarischen (Michael Theurillat) oder sportlichen Oeffentlichkeit (Marcel Fischer, Benedikt Linder/Coach von Tom Lüthi). Wichtig war auch die Vertretung aller Sprachregionen und möglichst vieler Branchen. Bühnen- und FilmkünstlerInnen (Jasmin Mattei und Michael Koch, Peter Luisi und Germinal Roaux) sowie MusikerInnen (Nanina Ghelfi, Simon Gaudenz und Michael Zisman) mussten eher zurücktreten vor Gewerkschaftlerinnen (Barbara Spalinger) und Unternehmern (Franz Bittmann, Luc und Thomas Frutiger), Fachleute aus der Gastwirtschaft erhalten ebenso eine Plattform wie Designer und Computerspezialisten, Tierärzte kommen ebenso vor wie Astrophysikerinnen, Medienleute (Christina Hubbeling, Alexander Sautter) ebenso wie Entwicklungshelfer. Geschlechterparität wurde bewusst angestrebt, aber nicht ganz erreicht (15 Frauen, 26 Männer). Fortsetzung folgt …

Die Schulkreis-Sonderausgabe "Lebenstüchtig - was Ehemalige von Rudolf Steiner Schulen heute machen" kann bestellt werden: www.steinerschule.ch oder Doris Bloesch, Schützengasse 134, 2502 Biel, 032/344 39 10 bzw. doris.bloesch@bloesch.ch

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