Der Brauch

An jeder Rudolf Steiner Schule findet im Spätherbst oder gegen den Advent ein Bazar oder Martini Märt statt. Der Martini Märt der Luzerner Schule findet am Wochenende vor oder nach dem Martinstag statt.

Im Unterricht ist die Legende vom heiligen St. Martin mit Liedern und Gedichten präsent. Wir wollen nicht, dass dieser Grossanlass in die Adventszeit fällt, in welcher eher Musse und Ru-he angestrebt wird.
Für unsere Schule ist es ein Markttag im urtümlichen Sinn, mit Verkauf, Spiel und dem leiblichen Wohl. Unser Markt unterscheidet sich insofern von anderen Märkten, dass unsere Produkte, kindergerecht sind und aus natürlichen Materialien bestehen und von der Gestaltung her im Geiste der Anthroposophie entstehen; Oder ihm zumindest nicht zuwiderlaufen.

Unsere Gastronomie ist vegetarisch und alkoholfrei. Der Martini Märt ist für die Schule Luzern die bedeutendste Einnahmequelle im ganzen Schuljahr. Seit Jahren bestehen Werkgruppen. Sie stellen unter anderem die traditionelle Waldorfpuppe oder die beliebten Filzfiguren her, beispielsweise Zwerge. Viele engagierte Eltern arbeiten übers ganze Jahr für den Verkauf.


Die Ressortverantwortlichen beginnen nach den Sommerferien mit der Planung. Die Eltern können sich schon vor dem Martini Märt beteiligen. Für ein gutes Gelingen braucht es jede Hand. Jede Person besitzt Fähigkeiten, die irgendwo eingesetzt werden können.

Die Legende

Im Mittelpunkt steht immer hoch zu Ross der römische Offizier Martin in Ritterrüstung, der durch seine Mantelteilung berühmt und zum Patron der Nächstenliebe geworden ist.

Es gibt noch andere Seiten in seinem Leben, die wert sind, beachtet zu werden:
Da ist zunächst einmal der Glaubensschüler Martin, der sich auf der Suche nach dem wahren Glauben nicht scheut, als römischer Offizier und noch nicht getauft den Bischof Hilarius um Erklärung der christlichen Lehre zu bitten.
Da ist der Täufling Martin, der sich nach reiflicher Überlegung zu Christus bekennt. Um ihm ganz zu dienen, gibt er sogar seinen Dienst in der römischen Armee auf.
Da ist der Priester Martin, dem es nicht genügt, Christ zu sein. Von Christus einmal gerufen, macht er den Dienst am Nächsten zu seinem Beruf.
Da ist da der Bekenner Martin, der gegen die Irrlehre des Priesters Arius, der Gottgleichheit Jesu mit dem Vater leugnet, den wahren Glauben von den drei göttlichen ersonnen Vater, Sohn und Heiliger Geist verkündet.
Da ist da der Einsiedler Martin, auf der Insel Gallinaria bei Genua in seiner Klause fastet und betet, um sein Verhalten zu Gott und der Welt zu überdenken. Hier erprobt er seinen Willen und sammelt Kraft für sein Wirken.
Da ist der Klostergründer Martin, der nun auch anderen Mitmenschen die Möglichkeit und Anleitung geben will, ein Leben zu führen, in dem Gebet und Arbeit ihren Platz haben. Seine klösterlichen Schulen vermitteln Religion und Bildung. Sie beeinflussen Architektur und Ackerbau.
Da ist der Bischof Martin, der trotz des Widerstandes und der Verleumdung vieler von der Gemeinde in Tours gewählt und durch den Papst ernannt wird.
Da ist der Missionar Martin, der sich über die Grenzen seines Bistums hinaus um die Bekehrung der Heiden kümmert.
Da ist der Verteidiger Martin, der sich nicht scheut, vor Herrschern und Königen für Gefangene und Verurteilte einzutreten.
Da ist der Wundertäter Martin, der viele Kranke salbt und durch sein fürbittendes Gebet heilt.
Da ist der heilige Martin, der schon bald nach seinem Tode im ganzen Königreich verehrt und als Bittführer angerufen wird.

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